Freitag, 17. Juni 2005, 19.30 Uhr: Design-Labor Bremerhaven, An der Geeste 25
zeitstücke 3 Schauspieler lesen neue Dramatik
Die Kopien (A Number) von Caryl Churchill
Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie laufen durch die Straßen und begegnen sich selbst: Wenn ich da drüben bin, wer bin dann ich? Cloning. Ein Thema, das uns alle beschäftigt, weil es die Frage nach unserer Einzigartigkeit stellt. Wie wäre das, wenn jeder von uns in Serie reproduziert werden könnte? Wenn wir nicht mehr einmalig, individuell, unverwechselbar wären? Bernhard ist Mitte 30. Bei einer Untersuchung im Krankenhaus steht er plötzlich einer Reihe von Menschen gegenüber, die genauso aussehen wie er selbst. Keiner dieser Menschen ist ein Original, sie sind alle geklont. In einem Gespräch mit seinem Vater Salter versucht Bernhard, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. "Die Kopien" ist ein Familiendrama in Zeiten der Gentechnik. Fünf Rollen und zwei Schauspieler: Ein Vater, sein leiblicher, biologisch gezeugter Sohn und zwei Wesen aus der Clonserie. Sie sind mit dem Original genetisch identisch, aber doch völlig verschieden, da sie in einer anderen Umgebung mit unterschiedlichen Voraussetzungen aufgewachsen sind. Vater Salter weiß kaum noch etwas von dem Jahrzehnte zurückliegenden Experiment. Schuldbewusst verdrängt er alle Erinnerungen. "Also bin ich einfach nur er noch mal"? fragt Bernhard 2, als er erfährt, dass sein Vater ihn aus dem Erbmaterial des biologischen Sohnes hat erstellen lassen. "Nein, du bist du, weil du das bist, aber ich wollte einen, der genauso war" entgegnet Vater Salter, darauf Bernhard 2: "Aber ich bin nicht er". "Die Kopien" erzählt von der seelischen und körperlichen Unverwechselbarkeit des Menschen, von seiner Angst vor dem Tod und seiner Sehnsucht nach Unsterblichkeit und Perfektion.
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Leitung: Esther Mühlmann Mit: Roberto Widmer (Salter), Tilman Fromelt (Bernhard, Bernhard 2, Michael Black)
Vorverkauf an der Theaterkasse, Theodor-Heuss-Platz, 27568 Bremerhaven 4 Euro Einheitspreis
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