Ausstellung "Under Construction" eröffnet im Hafenmuseum"Under Construction" Lebensgeschichten von Migranten in Bremer Unternehmen
Ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt im Studiengang Kulturwissenschaft zu sehen vom 15. April bis zum 12. Juni 2005 im Hafenmuseum.
Migration hat viele Gesichter. Das politische Projekt eines offiziellen Einwanderungsgesetzes ist kaum durchgesetzt, da wird über "versäumte Integration" und "Parallelgesellschaften" der Migranten debattiert, die seit 30 Jahren in Deutschland leben. Demgegenüber werden staatliche Maßnahmen ergriffen, um ausländische Eliten für den Standort Deutschland zu gewinnen. Immer wird dabei über die Betroffenen geredet, statt sie selbst zu befragen.
Im Studienprojekt "Arbeit und Migration. Transkulturelle Lebensgeschichten in Bremer Unternehmen", wissenschaftlich geleitet von Prof. Dr. Maya Nadig, Dr. Cordula Weißköppel und Dr. Margrit Kaufmann, kamen über 20 ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst zu Wort. Sie arbeiten in etablierten Firmen wie Kraft Foods oder den Stahlwerken, bei der Bremer Volkshochschule, der Polizei oder in Kranken- und Pflegeeinrichtungen. Im Zentrum der biografischen Interviews standen die beruflichen Werdegänge vor und nach der Migration. Lebendig schilderten Menschen aus Mexiko, aus der Türkei oder aus Russland, welche Bedeutung der Arbeitsplatz für ihr Leben in Deutschland hat.
Auf der Basis dieser Gespräche entwickeln die Studierenden der Kulturwissenschaft, unterstützt von Ulrike Osten (Agentur kulturräume) und Ulf Treger (Grafikdesigner), die Ausstellung "Under Construction - Lebensgeschichten von Migranten in Bremer Unternehmen", die vom 15. April bis 12. Juni im Hafenmuseum, Speicher XI der neuen Überseestadt zu sehen sein wird.
Ausdrucksstarke Installationen, eindringliche Zitate und persönliche Gegenstände zeigen am Beispiel einzelner Biografien, wie man sich in einem Leben zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen einrichtet: Ein altes Radio symbolisiert beispielsweise die Verbindung zur portugiesischen Heimat. Durch offizielle Lebensläufe, Dokumente und Objekte wird illustriert, welche Hürden auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt insbesondere für Eingewanderte und ihre Kinder zu nehmen sind: Die Nichtanerkennung von Qualifikationen oder befristete Verträge sind keine Seltenheit. Spezifische Berufsfelder, in denen die multikulturelle Gesellschaft konkret wird, stellen die Angestellten aus ihrer Perspektive vor. Weiterhin werden betriebliche Strategien aufgezeigt, die inzwischen verfolgt werden, um mit der kulturellen Vielfalt der Belegschaft produktiv umzugehen.
Im kulturellen Begleitprogramm werden Musiker, Künstlerinnen, Wissenschaftler u. a. auftreten, um die Zusammenhänge von Arbeit, Migration und Integration aus ihrer Perspektive zu beleuchten.
Ort: Hafenmuseum, Am Speicher XI - Segment 1, Bremen (Überseestadt) Zeit: 15.04.2005, 19 Uhr Ausstellungseröffnung 15.04.2005 - 12.06.2005, Di - So 11 - 18 Uhr, Führungen auf Anfrage Info: www.under-construction.uni-bremen.de
Das Begleitprogramm entnehmen Sie bitte der Website sowie der Tagespresse.
Ein Projekt in Kooperation mit: Bremer Institut für Kulturforschung, Stadt der Wissenschaft 2005, Arbeitnehmerkammer Bremen, Heinrich Böll Stiftung: Bremen, "Bremen, Stadt der vielen Kulturen", Kulturwerkstatt westend, Migrationsbeauftragte des Landes Bremen, Kino 46
Mit freundlicher Unterstützung von: Stahlwerke Bremen, Kraft Foods, EfeFirat, MacroMarkt
Ansprechpartner: PR-Gruppe Katrin Holdmann
0178 / 7 31 33 36 Romy Hinz
 0179/ 7 57 75 50
|
|  |