Online-Tagebuch der Paula-Modersohn-Schule

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Projekt: Paula wird geröntgt

Die Paula-Modersohn-Schule ist seit kurzem die neue Partnerschule des Paula Modersohn-Becker Museums. Vier Schülerinnen eines Physikkurses der Bremerhavener Gesamtschule begleiten gemeinsam mit einer Museumspädagogin den Röntgenprozess und berichten in diesem Internet-Tagebuch über ihre Erfahrungen.

Pia Lorenzen, Rebekka Schütte, Susanne Schneider, Rebecca Naumann
Betreuung: C. Wiegand

Unser erster Besuch am Freitag, den 20. Mai 2005

Es geht um folgende Frage:

Was hält diese Hand ?

Die linke Hand der Frau ist zwar leer, sie sieht aber so aus, als hielte sie irgendetwas ...

 








Das Drumherum

Im blauen Saal des Paula Modersohn-Becker Museums hängt ein Bild, auf dem sich Paula selbst als schwangere Frau porträtiert hat. Nach der Widmung muss das Bild im Mai 1906 in Paris entstanden sein. Kunstgeschichtlich bemerkenswert ist, dass es der erste Akt ist, den eine Frau von sich selbst gemalt hat.

 



Die Vermutung des Museumsdirektors Dr. Rainer Stamm

Dr. Stamm berichtet den Schülerinnen der Paula-Modersohn-Schule seine Vermutung:

Die linke Hand der Frau ist zwar leer, sie sieht aber so aus, als hielte sie irgendetwas ...

Beim näheren Hinsehen mit einem seitlichen Taschenlampenlicht fällt auf, dass die Struktur der Ölfarbe hier ganz anders aussieht, als auf dem restlichen Bild.

Im seitlichen Licht tauchen Schattenstrukturen einer Pflanze auf.

These:
Die linke Hand hat wahrscheinlich einmal eine Blume oder Pflanze gehalten, die dann später übermalt worden ist!




Auch ohne Taschenlampe lassen sich blumen- oder pflanzenartige Strukturen in der Farboberfläche des Bildes erkennen.

 







Dr. Stamm untermauert seine These

Auf anderen Bildern malte Paula Frauen mit einer ähnlichen Handhaltung, wie auf ihrem Selbstbildnis.
Hier ist es ein Brustbild Lee Hoetgers, welches ebenfalls 1906 entstanden ist und auch im Paula Modersohn-Becker Museum hängt. Lee Hoetgers Hand ist jedoch nicht leer, sondern hält eine Blume!!!


 



Die Untersuchung

In der kunsthistorischen Forschung werden Gemälde mit Röntgenstrahlung durchleuchtet, um eventuelle Untermalungen zu finden, wie hier bei einem Selbstporträt Vincent van Goghs.

 



Was sind Röntgenstrahlen und wie funktioniert eine "Durchleuchtung"?

Röntgenstrahlung ist radioaktive Gammastrahlung, die künstlich erzeugt werden kann. Sie durchdringt leicht Haut und Muskelgewebe. Knochen werden schlechter durchdrungen, werfen einen Schatten und werden daher auf dem Röntgenbild sichtbar.


 


 



Durchleuchtung eines Gemäldes

Im Bild links wird im Querschnitt der Schichtenaufbau eines Gemäldes gezeigt.
Befindet sich in einer Schicht eine Bemalung mit bleihaltigen Pigmenten, so wirft diese bei der Durchleuchtung einen Schatten.

Bis ca. 1950 enthielten alle weißen Farben Bleipigmente.

Hat Paula hier etwas in weißer Farbe vorgemalt?

Auch dieses Bild soll am 27. Mai 2005, ziemlich genau 99 Jahre nach seiner Entstehung durchleuchtet werden, um sein Geheimnis zu lüften...

www.paula-modersohn-schule.de

 






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