Knochenarbeit: Archäozoologie und Taphonomie

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Eine Einführung in die Arbeit der Archäozoologie und Taphonomie

Knochen und Zähne sind diejenigen organischen Materialien, die sich nach dem Tod eines Tieres (oder eines Menschen) am längsten erhalten. Sie sind oft die einzigen körperlichen Überbleibsel der Lebewesen vergangener Kulturen und Zeiten. Die Wissenschaften Archäozoologie und Taphonomie tragen dazu bei, archäologischen Funden ihre Geheimnisse zu entlocken.

Seitenabschnitte:
Archäozoologie
Taphonomie
Knochenhandwerk
Termin

Ansprechpartner:
Knochenarbeit
Hans Christian Küchelmann
- Diplom-Biologe -
Tel.: 0421-61 99 177
e-mail:

Archäozoologie

Das wissenschaftliche Fachgebiet der Archäozoologie erforscht im weitesten Sinne die Beziehungen vergangener Menschen und Kulturen zur Tierwelt. Der Arbeitsschwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung tierischer Überreste aus archäologischen Ausgrabungen. Ebenfalls bedeutsam ist die Auswertung historischer Schrift- und Bildquellen oder figürlicher Darstellungen von Tieren.

Weiterführende Informationen: Gesellschaft für Archäozoologie und prähistorische Anthropologie

Bronzestier


Bronzestier, vermutlich aus dem 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus, gefunden in der Weser bei Bremerhaven (Historisches Museum Bremerhaven)

Archäologisch-Zoologische Arbeitsgruppe Schleswig

Untersuchung von Hühnerknochenfunden in der Archäologisch-Zoologischen Arbeitsgruppe Schleswig

Armenisches Manuskript

Darstellung eines Esels in einem armenischen Manuskript aus dem 13. Jahrhundert

Taphonomie

Fossil eines Hirschvorfahren

Hirschfossil aus dem Miozän in charakteristischer Fundlage, hervorgerufen durch schnelle Austrocknung des Kadavers (WEIGELT, 1999)

 

Der Begriff Taphonomie kommt vom griechischen Wort Taphos für "Grab". Das Fachgebiet der Taphonomie beschäftigt sich mit allen Vorgängen, die vom Tod eines Lebewesens bis zu seiner Auffindung und Bearbeitung durch Archäologen oder Paläontologen auf dessen Kadaver einwirken und ihn verändern. Die Untersuchung beginnt bei der Todesursache und umfasst unter anderem Prozesse wie Verwesung, Verwitterung und Fossilisierung. Ebenso beachtet werden müssen die Einflüsse von Kälte, Feuer und Wasser sowie Tieren, Pflanzen, Werkzeugen und weiteren Faktoren. Im Zentrum des Forschungsinteresses der Taphonomie stehen nicht die Funde selbst, sondern die Frage, wie eine Fundsituation zustande gekommen ist.

Knochenhandwerk

Eine weitere Form der Beschäftigung mit Knochen ist das Knochenhandwerk. Knochen waren seit jeher ein viel genutztes Material zur Herstellung von Werkzeugen sowie Kunst- und Alltagsgegenständen. Solche Stücke sind häufige Funde archäologischer Ausgrabungen. Doch auch in der heutigen, von Kunststoffen geprägten Zeit gibt es immer noch Knochenhandwerker. Sie fertigen beispielsweise kunstvoll geschnitzte Nachbildungen mittelalterlicher Alltagsgegenstände wie Kämme und Gürtelschnallen.

Steckkamm-Fragment

Fragment eines mittelalterlichen Steckkammes, gefunden auf einer Grabung in Verden

Knochenhandwerker

Ein "Knochen-Künstler" geht seinem Handwerk nach: Szene auf dem "Vikingemarked" in Ribe, Dänemark

Termin

Welche Informationen sich aus alten Knochen noch herauslesen lassen, wird anhand von echten Knochen "begreifbar" gemacht. Wer selbst Knochen gefunden hat, kann diese mitbringen und bestimmen lassen.

  • 23. Oktober, 10 bis 17 Uhr
    Archäozoologie im Zoo am Meer: Was in den Knochen steckt...
    Präsentation im Zoo am Meer, Bremerhaven

 

Skelett

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